Von der weiten Fläche aus Richtung Bahia Blanca kündigt sich am Horizont die Bergkette der Sierra Ventana schon von weitem an. Es sind Cordilleras bestehend aus nur teilweise bewachsenen schroffen, steinigen Hügeln. Der höchste Berg ist ca. 1238m hoch. Zugänglich wird die Landschaft durch das Naturschutzgebiet Parque Provincial Ernesto Tornquist. Es gibt für die verschiedensten Wandertouren geführte Touren und einige die auch ohne Guide begangen werden können. Als wir und nähern um nach Sierra de la Ventana – einem der naheliegenden Orte zu fahren schauen wir und die Basis Stationen an und fahren en lang er RN72 durch die Berge hindurch, das ist schon mal sehr schon anzuschauen. Am Ende finden wir in den kleinen Ort auch einen super Campingplatz und denken – hier kann man es aushalten. Sierra de la Ventana hat viele Möglichkeiten im Angebot und an diesem Wochenende sogar noch eine Feier zu den heiligen drei Königen “Fiesta de los Reyes”, die es sehr unterhaltsam macht.
Am nächsten Morgen machen wir uns auf um die Landschaft von dem Hausberg des Ortes anzuschauen. Die Kraxelei wird durch hervorragende Blicke über die Berge und Landschaft belohnt. Wir nutzen die gute Ausstattung des Campingplatzes und machen noch ein paar Hausarbeiten, den Abend verbringen wir chillig auf den kleinen Fest. Zum Glück, ist die Nacht trotz Festivitäten ruhig. Nur…. um sechs Uhr kam der Zug. Zeit zum aufwachen? Ich war eigentlich der Meinung die Bahnstrecken sind stillgelegt. Ja, nur diese nicht. Ca. alle 6 Stunden kommt der Güterzug. Ansonsten werden die Gleise und die Brücken als Abkürzung in den Ort benutzt, zu Fuß oder mit dem Rad. Aha! Erspart einen Umweg auf den staubigen Straßen, also schließen wir wir uns dem auch an.
Am Sonntag laden wir die Wühlmaus ab und ich sause um die Gegend zu erkunden los. Mein Weg für an den bergen vorbei, durch Landschaft mit bestellten Feldern, Mais, Korn und auch Sonnenblumen. zu einen ehr schön gelegenen Stausee. Die Strecke ist abwechslungsreich über Schotter, Lehm und auch Sand – zu Glück habe ich nicht verlernt darüber zu fahren. Dann entdecke ich zu meiner Überraschung ein Lama! Ne, mehrere! Die gehören doch gar nicht hier her! Nunja, sie sind auch eingezäunt. Ein coole Tour. Die 32Grad habe ich bis ich wieder ankam gar nicht gemerkt.
Wir fahren Nachmittags noch an einem Weingut vorbei um eine Führung und einen Weinprobe zumachen, überall wird die Bodega Saldungaray beworben. Kurz: lohnt die 13km nicht Ich denke mal, wir werden es auch in Argentinien und Uruguay nicht weiter ausprobieren an Weingüter zu fahren. (Außer in Mendoza, nur das ist ein bischen weit weg, gerade) Immerhin war es nicht übertrieben teuer…
Montag ging es dann weiter mit dem Versuch uns das “ehemalige Club Hotel Villa Ventana” anzuschauen. Das Club Hotel war Anfang des 19Jahrhunderts das der bestausgestattete Hotel der Welt, extrem luxuriös. Aber durch die Rezension Anfang der 20er Jahre viel der Zulauf aus. Nun sind die Ruinen zu bestaunen. Allerdings nur mit Guide und nur Abends. Wir waren extra morgens da – es soll wieder heiß werden. Also: fällt aus. Ich kann es mir nicht vorstellen den ganzen Tag zu warten um dann bei 35Grad im Staub in Gruppen zur Besichtigung rumzulaufen. Wir sehen hier immer wieder, ziemlich regelmäßig eines oder mehr Schilder, mit dem Hinweis – “Malvinas Argentinas”- die Falklandinseln gehören zu Argentinien. Sie sind vom günstigsten Punkt an der Ostküste ca. 1800km entfernt. Den Helden wird gehuldigt, etc. Das Thema schein nicht begraben zu sein.
Wir fahren an eine der Basis Stationen, suchen uns einen guten Platz im Schatten, machen noch die Wanderung an die “Piletas Naturales”. Diese vielen meiner Einschätzung nach auch sehr chiquita aus – also für ein Badebecken – eher was für Insekten…. Aber die Wanderung und die Ausblicke waren herrlich. Wir haben uns zwar schön eingerichtet, wurden aber wieder vertrieben, so dass wir die Nacht vor den Toren des Parks verbrachten. Die Wanderung zu dem kleinen Wasserfall am nächsten Morgen viel aus – da wir uns jetzt auch schon vorstellen konnten wie klein der Wasserfall ist. Aber da ich mir am Abend eine weitere Reittour organisiert habe fuhren wir nur in bischen weiter nach Tornquist, einem kleinen aber feinen Ort, ein schöner Platz gefunden. Nachmittags noch ins Freibad und abends habe ich mich auf gemacht zu der 2,15 Std langen Reittour. Die Organisation, etc. war wieder anders als angegeben, aber am Ende sehr unterhaltsam, tolles Gelände, nette Leute, nur… sie dauerte 3,5 Stunden und ich war mehr als eine Stunde später zurück. Das ist natürlich für denjenigen der den Grill angeworfen hat und sich Sorgen macht doof. Aber der Abend wurde noch gerettet durch ein paar nette Argentinier, die sich zu uns gesellten. Sie sind mit ihrem kleinen Bus unterwegs – da hatten wir viel auszutauschen.
Es soll bis zu 38Grad war werden. Unser Plan ist zum Lago Epecuen nach Cahué zu fahren. Das ist ei kleines Städtchen mit einem Salzsee der einen höheren Salzgehalt haben soll als das Tote Meer. 1985 ist der See so gestiegen, das er den “Kurort” Ort Epecuen nahezu vollkommen überschwemmt hat. Nach 30 Jahren ist der See soweit zurückgegangen, dass er den Ort wieder freigegeben hat. Ganz schön gespenstisch. Ich sause wieder mit der Wühlmaus über die Pisten und treffe Dieter mit Mogl in Epecuen. Ich suche mir über Google Maps über “Fahrradwege”, das Navi führt mich dann über die Campo-Strassen. Erstmal echt super, aber wenn Maps mal kurz nicht mehr möchte, und es unterwegs kein Netz gibt, ist es schwierig mit der Routenfindung. Aber klappt schon. Der erste Teil meiner Strecke führt ich entlang Sierra de la Ventana und der Sierra de Cura Mala durch abwechslungsreiche Landschaft und prima Piste, der zweite Teil war sehr anstrengend, die Piste hat einige Tücken, plötzliche Sandlöcher, tiefe Furchen, Löcher und Auswaschungen, ich muss konzentriert fahren, macht nix – die Landschaft besteht nur noch aus großen Feldern. Grinsend und fertig komme ich an. Wir laufen den ehemaligen Ort durch und sind beeindruckt von der ehemals versunkenen Stadt – schon etwas gruselig. Um den See herum entdecken wir viele Gruppen von Flamingos, die lieben natürlich diesen See. Cahué scheint eine schöne, kleine, lebhafte Stadt zu sein, der Stellplatz ist prima. Abends, so ab 20Uhr werden wieder fast alle Parillas (Grillstellen) im Park in betrieb genommen, es kühlt etwas ab und plötzlich ist wieder viel Leben im Ort, der kurz vorher wie ausgestorben wirkte – was wollen wir mehr, ist doch schön!
Auf den Weg nach Trenque Lauquen machen wir einen Abstecher um den historischen Lebensmittelladen “La Portena” anzuschauen – und falls möglich auch noch einzukaufen. Er wird als Sehenswürdigkeit beschrieben Es heißt es sei geöffnet – nur leider als wir da waren nicht. Uns wurde dann gesagt – morgens nie, erst am 16:30Uhr. 4Stunden bei 37Grad zu warten, ohne Schatten gefällt uns nicht so gut. Wir legen eine Pause ein, bekommen Besuch, halten ein Schwätzchen und fahren weiter auf den Platz mit Schwimmbad nach Trenque Lauquen. Hier lässt es sich unter den großen Bäumen schon mal besser aushalten und ein Besuch im Schwimmbad bringt wirklich Abkühlung. Da es die nächsten Tage wohl mindestens so heiß bleiben soll oder sogar noch heisser wird, bis zu 45Grad, suchen wir uns Möglichkeiten an einem Fluss oder See zu parken, mal schauen, wie das klappt. Da müssen wir wohl die Routenplanung an die Hitze anpassen– vielleicht ändert es sich ja noch.