Chile´s “kleiner Norden”

Wir verlassen das Wüstengebiet – Adios  – erst einmal – mindestens einmal werden wir noch mal die Anden überqueren und wieder diese karge Landschaft betrachten dürfen – aber bis dahin werden viele neue Eindrücke das bestimmt wieder attraktiv werden lassen.

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In Chanaral haben wir einen kleinen “Service-Stopp” eingelegt, wieder Dinge umpacken, aber auf jeden Fall für den Heckträger, dessen Alu-Schiene sich ziemlich gebeugt hatte mittlerweile – Towanda ist wohl ein bischen schwer für das Konstrukt – Hilfe zu besorgen – ein Winkeleisen als Verstärkung oder anderes. Wir haben durch super nette Leute ANDERES bekommen! Eine fette Eisenschiene, die extra für uns gefertigt wurde! Die hält! Dann noch hoffentlich erstmal zum letzten Mal den ganzen Staub und Sand aus Tilly rausbekommen und weitere Kleinigkeiten.

Wirklich Hammer ist die Geschichte von Chanaral, auf die uns ein anderer Outlander hingewiesen hat: Vor kurzem war hier ein nettes Städten: Vor 2 Jahren kam ein starker Regen in der Atacama Wüste herunter – Chanaral wurde durch das viele Wasser, welches aus den Bergen fast vollständig weggespült – leider auch mit den Abwässern der Minen und deren Bestandteilen: Arsen und anderen Schwermetallen. Lieber den schönen Strand die Lagunen von weitem betrachten!!! Einige Jahre davor hat ein Tsunami gewütet – scheint kein optimaler Standort für eine Stadt zu sein….

Warum eigentlich “kleiner Norden”? Weil der Küstenbereich durch den wir nun fahren schmaler ist – der “Große Norden” ist der nördlichere Bereich in Chile, der hauptsächlich durch die Atacama geprägt ist. Mal sehen was uns der “kleine Norden” so bringt. Es soll Landschaftlich mehr Steppe als Wüste sein, Olivenbäume, Sträucher, Blumen und Beeren geben. Bin gespannt.

Wir fahren nach Copaipo durch ein grünes Tal ein – eine Großstadt mit dem typischen Gürtel von Industrie-, Autowerkstätten und Schrottplätzen – dann aber überrascht uns die Innenstadt mit Kleinstadt Niveau – wir wollen uns auf einem “empfohlenen” Parkplatz nahe der Stadtmitte frei hinstellen. Den Parkplatz gefunden – werden wir begrüßt von zwei “freiwilligen” Parkplatzmanagern – beide sehr freundlich, freuen sich über unseren Besuch und teilen uns mit – sie putzen das Auto und sind bis 20Uhr am Parkplatz und passen auf – das haben sie auch wirklich getan – für ein freiwilliges Geld. Eigentlich leben und “arbeiten” die Beiden auf dem Parkplatz. Unser Mittag essen war wieder mal der Hammer – in einem Traditionslokal bekommen wir die Spezialität empfohlen – “Gemischte Fleischplatte”. Was dann kam war ein kleiner Grill für den Tisch mit einer reichhaltigen Variation von verschiedenen Fleischsorten – lecker zubereitet – und noch Beilagen – für ein absolut erstaunlichen Preis. Bei dem Spaziergang durch die Stadt haben wir im Park dann festgestellt: es gibt eine Parade!! Cool – andere haben uns schon davon erzählt. 2,5 Stunden sind Militär, Polizei, Tänzer, Clubs, Krankenhauspersonal und nahezu alle Schulen aufgelaufen! Ein Trubel, die Hunde des Parks sind auch mitgelaufen (Carneval scheint mir ein wenig geordneter…)  und zum Schluss – mein Highlight: die Atacama Reiter (Huaso´s) mit den Paso-Pferden. Schick!

Weiter mit einem Abstecher in das Huasko-Tal sind wir in einer weiteren quirligen Kleinstadt  – Vallenar – gelandet. Der Weg dahin war gesäumt mit wunderschönen Blumen-Hügeln, die sich wohl über Wüstenberge erstrecken können, da sich bis Mittags oft der Nebel der Küste über das Land erstreckt und somit viel Feuchtigkeit mitbringt.  War auch recht frisch beim fahren, bis wir dann in das Huasko-Tal eingebogen sind. Das Huasko-Tal ist bekannt f den Wein- und Fruchtanbau – aus dem Wein wird hier auch der bekannte Pisco hergestellt. Der Fluss wird ungefähr 25km Flussaufwärts mit einer riesigen Talsperre aufgestaut. Das Tal gehört immer noch zur Wüstenregion Atacama – und ist somit als grünes Tal etwas ganz besonderes.

Das nächste Ziel ist Los Choros – bekannt für die Küstenregion, von der aus Ausflüge auf des Naturreservat “Los Damas”, und um die umliegenden Inseln unternommen werden können. Durch den Humboldt-Strom ist der Pazific hier so frisch, dass Wale, die lustigen kleinen Humboldt-Seelöwen, Robben, Delfine und Seeotter angesiedelt sind und hier ganzjährig mit etwas Glück gesichtet werden können.
Die Route dahin, war auf der Karte mit ca. 40km “Saltpiste” ausgezeichnet – Salzpiste geht gut! Wenn nicht gerade n Traktor mit frisch geernteten Reis vorweg fährt und alles glitschig macht! Aber ist ohnehin anders gekommen: DEVIATION! In Sicht die neue Strasse im super Zustand und wir fahren – 50 Meter entfernt –  40km üble Schotterpiste, Sandlöcher, usw.… Für Tilly ein Schreck, für mich und Towanda nich so – und wir haben mal wieder Guanaco´s sehen können!

Ein Ausflug mit einem handlichen Motorboot mit etwas Zaster in Richtung Inseln geflitzt. Mit unserer Begleitung hatten wir richtig Glück – er hat ein tolles Gespür dafür, welche Wellenbewegung in im Meer auf welche Tiere hinweist. Wir hatten das Glück, neben weiterer Fauna und Flora, mindestens 4-5 Fin-Wale, Pinguine – mit Lütten, Seelöwen rumflezen und Delfine, die unser Boot begleiteten, zu sehen. Ein echt tolles Erlebnis! Da ich mir nen Schnupf wohl auf den letzten Mopedstrecken geholt habe und die Sonne sich leider seit gestern versteckt – mussten wir uns unbedingt mit einer  Meeresfrüchte Suppe aufwärmen, und noch ein bischen abhängen war nötig– da gestern Nacht in Tilly ein fieser Kampf gegen Mücken stattgefunden hat. Bäh.
Und wer meint….: ICH würde dreckig Lachen!!! Gegen diese Möwen bin ich eine Anfängerin!!!

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