Frohes Neues Jahr!! Es ist schon 2025!
Von dem beschaulichen Örtchen Las Plumas fahren wir in Richtung der kleinen Stadt Gaiman.
Viele haben Gaiman als sehr schön beschrieben. Die Tradition der Waliser, die hier angekommen und sich niedergelassen haben, wird weiter gepflegt. Es gibt englischen Plumpudding und diverse Teehäuser. Klingt für uns doch ganz nett, also planen wir dort einen Halt. Bis dahin ändert sich die Landschaft wieder von den bergigen schroffen Abschnitten in Meseta – und die Strasse geht wahrscheinlich 200km gerade aus. Leider kündigt sich das Gebiet von Dolavon, Gaiman und Trelew schon vorher durch viel Müll, fliegenden Plastiktüten am Wegesrand an. Wir schauen uns an – was ist das denn? Sowas haben wir bisher noch nicht gesehen. In Gaiman wehte dann auch noch der Wind recht stark, sodass auch im Ort die Pisten uns im Staub haben stehen lassen. Zugegeben – erster Eindruck – hmmm. Nachdem wir unsere Vorräte aufgestockt haben, entschlossen wir uns nach einem Rundgang durch den Ort doch noch weiter nach Puerto Madryn weiter zu fahren. Zeitlich auch gar kein Thema. Aber ehrlich in Gaiman haben wir doch ein paar schöne Ecken sehen können.
Puerto Madryn ist ein größerer Ort und liegt schon direkt am Meer. Von dort aus wollen wir dann einen Ausflug aus die Peninsula Valdés machen. Die Halbinsel ist vollständig Naturschutzgebiet, sie muss bis 20Uhr abends wieder verlassen werden – außer man lässt sich in den Ort Piramide nieder. Das haben wir nicht vor, da die Distanzen zwischen den Beobachtungspunkten recht weit auseinander liegen und wir das nicht alles mit Mogl fahren wollen. Auf dem Campingplatz lernen wir Antje und Gerald kennen, die einen ähnliche Idee haben und somit steht nach dem Bummel durch den Ort am Abend der Plan. Wir nehmen zusammen einen Leihwagen und erkunden gemeinsam die Halbinsel. In den den Supermärkten des Landes sind die Regale meist einreihig mit den ganz ähnlichen Artikeln bestückt. Aufgrund der hohen Inflation stehen oft keine Preise an den Artikeln – ändern sich eben zu schnell. Mal kurz zur Einschätzung: Das Shampoo von Head and Shoulders kostet hier gute 9EUR, beispielsweise. In der Stadt gibt es natürlich immer wieder einen Ausblick auf das Asado eines Restaurants, für uns ist der Anblick ein wenig ungewohnt.
In aller Ruhe und gelassen, sehen wir viele der niedlichen Guancos, endlich auch mal ein Borsten-Gürteltier, Seehunde, Seelöwen, Magellan Pinguine, einen Fuchs, aber der erhoffte Blick auf einen Orka bleibt aus. Das war aber schon fast klar, weil die Orkas Ende November – Mitte Dezember von hier aus weiter in den Süden ziehen. Naja, aber hätte ja sein können, dass sich der eine oder andere verspätet. Als Abschluss noch ein Fischrestaurant aufsuchen – ein absolut gelungener Tag.
Wir wollen wieder weiter und machen uns auf nach Las Grutas weiter nördlich der Atlantikküste. Eine schnurgerade RN 3 führt uns gute 200km da hin. Ich wäre fast eingeschlafen – es gab nahezu keine Abwechslung, außer der Idee in Argentinien Zaun-Hersteller zu werden. Ich glaube das ganze Land ist eingezaunt!! Was für ein riiieeesiger Markt! Ab und zu gab es auch ein Tor dazwischen. Wind weht, Meseta – die haben wir ja ach schon gesehen. Da kam Las Grutas. Kulturschock! Horden von Personen, die mit geringer Bekleidung, Standtasche und den ortsüblichen Klappstühlen und Kühlbox offensichtlich in Richtung Meer zogen. Im Ort hätte man denken können, dass wir in einem der krassen italienischen Urlaubsorten gelandet sind. Andenkenläden und all der Klimbim.
Etwas außerhalb haben wir dann einen Campingplatz bezogen. Zum Glück anders – aber so kann es dann wohl doch auch sein. Da treffen wir die lustige Grüntangare (Vogel) wieder, er steht auf der roten Liste der bedrohten Tierarten. Amüsant ist er besonders, da er auf dem Autospiegel sitzt und sich selbst dauerhaft eifrig im Spiegel anpickt…Entweder meinst er ein gegenüber zu haben oder er betrachtet sich selbst gerne. Es sind mittlerweile Ferien und das Wetter hat eben zum Strand einladen. Bisher haben wir es eben nicht erlebt. Wir können eine schöne lange Strandwanderung bei untergehender Sonne machen nahezu allein, auch das Meer at sich verzogen… Aber sooo schön. Das Meer kommt ja wieder und wir haben uns die “Höhlen”, Aushöhlungen vom Meer – Grutas noch angeschaut. Für Sylvester suchen wir uns einen Platz am Meer, dem Rauschen, den Dünen und recht einsam und ruhig. Noch einen Sekt gekauft – die gibt es hier in trocken nicht ganz so oft – beliebter ist der Cidre aus verschiedenen Früchten- auch Birnen, etc. und süß. brrrrr. Wir haben einen phantastischen Platz um ins Neue Jahr zu kommen. “FC” heisst hier nicht Fussball Club sondern Ferro Carril – also Eisenbahn. Es gibt sehr viele Schienen´, aber die meisten sind schon seit vielen Jahren außer Betrieb. Ein Schienennetz in einem Land dieser größer zu Pflegen ist nicht realistisch möglich – ist ja sogar bei uns scheinbar ein großes Problem.
Direkt am Meer, schön sonnig, mit Windschutz und absolut ausreichend Platz zu Party-Camps.
Dann soll es weiter gehen um die Felsenküste mit den vielen Papageien zu sehen – da es entlang der Küste auf einer Schotterpiste geht, wird auch endlich wieder die Wühlmaus entfesselt!! Jippeh! Aber jetzt kann das Neue Jahr kommen!
Der erste Tag im Neuen Jahr begrüßt mit freundlichen Sonnenschein, etwas Wind – herrlich. Die Wühlmaus ist schnell abgeladen und ich sause über die Costanera entlang des Meer über Hügel und sehe schon die kommenden Steilküsten. Ich sehe Füchse und ein paar Schildkröten die meinen Weg queren. Dann geht´s ab durch das Inland um Dieter mit Mogl zu treffen, wieder aufzuladen und in Richtung El Condor zu fahren. Ab Viedma überrascht uns die Veränderung der Landschaft. Hier gibt es offensichtlich entlang des Rio Negro viel Wasser, so dass richtig Landwirtschaft betrieben werden kann, mit Gemüseanbau, grüne Felder.
El Condor ist ein kleiner Ort an der Küste und an der Mündung des Rio Negro. Es hat ein paar wirklich schöne Ecken. Hier wollen wir die Nacht bleiben und entschließen uns an der “Promenade” zum Strand mit ein paar argentinischen Womos hinzustellen. Aber erst das wichtige! in El Condor gibt es die weltweit größte Kolonie an Felsensittichen – Papageien! In Zeiten wie jetzt sind es in den Feldhängen über 18km bis zu 35 Tausend Papageien! Und die schnattern ganz schön rum! Der Ort El Condor hat nur 1 Tausend Einwohner!!! Die schätzenden, hektischen und geselligen Flatterer sind überall zu sehen, besonders lustig ist, wenn in der Kolonie, den Felsen eine neue Gruppe angeflogen kommt – der Bedarf sich schnatternd auszutauschen steigt und eine große Gruppe fliegt wieder los. Das ist schon wirklich lustig zu beobachten und die Vögel sind hübsch und echt niedlich. Dann noch der Leuchtturm, und das in Patagonien viel vertretene Denkmal zu den Falkland Inseln. Da entdecken wir durch Zufall ein Pärchen Kaninchen-Eulen, mit Jungen. Später sitzen wir am Mogl und werden wieder mal begrüßt, Feliz Ano Nuevo gewünscht, zu dem Fahrzeug gefragt, da hält ein Pickup, der Herr steigt aus begrüßt uns ,er meint, wir kämen aus Deutschland, ob er helfen kann, ob wir etwas brauchen, oder er beraten kann – sie würden sich freuen, dass wir ihr Land besuchen. Er kommt morgen noch mal vorbei, falls noch etwas ist…. Hammer! Ich bin fast fassungslos wie freundlich das ist!
Es fängt an zu regnen und wir kuscheln uns gemütlich ein. Mal sehen was morgen ist, ich wollte eigentlich noch einmal die Küste runterfahren. Das Wetter war aber weiter stürmisch und feuchtkalt, da habe ich mich dagegen entschieden.
Winke, winke Meer… wir sind dann mal weg. Es direkt in Richtung Bahia Blanca weiter. Mit dem Zwischenstopp in Piedro Luro und Fortin Mercedes, einem Museum eines alten Forts und einer Wallfahrtskirche. Dies liegt bereits am Rio Colorado, wir verlassen die Region Rio Negro und damit auch Patagonien. Die Landschaft verändert sich auch weiter es kommen bestellte Felder mit Zwiebeln, Getreide und Gras und Sonnenblumen. Im Fortin Mercedes und der Kirche, die wirklich beeindruckend ist und sogar am Fluss Colarado wir nur in kleiner Gesellschaft. Der Rio Colorado hat eher eine braune Farbe aufgrund der Sedimente, man kann nicht sehen, wo mach hintritt – deswegen lasse ich einen größeren Besuch aus. Andere stört dies nicht. Wir werden beim schauen angesprochen woher wir kommen, was wir so machen und vorhaben und der nette junge Mann empfiehlt uns unbedingt auch die Laguna Salada anzuschauen. Das machen wir auch. Wirklich ein schöner salziger See mit toll angelegten Freizeitgelände. Wir merken und dies vor, falls unser nächstes Ziel – nämlich die Thermen nichts für sind. Aber doch.Schön angelegte, Salinen Thermen mit 3 Innen- und 5 Außenbecken und zusätzlich noch in Fangobecken. Das war schön und chillig! Die Sonne ist wieder da, es ist wieder um die 27Grad ein wunderbarer Tag.
Wir sind nun in der Großregion Buenos Aires in der Pampa. Ich hatte bisher immer gedacht, dass es eine große Dürre Landschaft ist, aber bisher sehen wir viel grün, bestellte Felder, Kühe, Pferde, wieder Schafe und Nandu´s. Es geht nun in die höchste Gebirgskette in der Region Buenos Aires, der Sierra de la Ventana und dem Naturschutzgebiet Ernesto Tornquist. Es gibt viel zusehen und zu unternehmen, und wenn es so schön ist, wie wir vermuten, bleiben wir ein paar Tage.