Der Wind weht… Wir sind in Patagonien

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Wir ziehen weiter in den Süden auf der Ruta 40 entlang des Andenkammes. Unser Zwischenstopp in Las Lajas war auf einem sehr schönen Platz, unser Nachbarn hat Holz uns für das Asado einfach mal vorbeigebracht. Ein kleines Schwätzchen und wir konnten de Grill starten. Argentinier essen zu nahezu vollkommen anderen Zeit als wir, das bringt das ein oder andere Mal auf den Plätzen Verwunderung. Gegessen, mit Grill wird mittags zwischen 12-13Uhr. Danach ein paar Cafe- oder Matepausen und das richtige Abendessen findet zwischen 10-12Uhr abends statt. Daher macht Abendessen gehen für uns keine Sinn, um 20Uhr ist noch nicht einmal der Koch im Restaurant. Daher gehen wir eher mittags essen und abends wird selbst versorgt. Dass wir die Parilla bereits anmachen ist nicht verwunderlich, da das Holz ja erst abbrennen muss, aber wir essen einfach zu früh!!

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Las Lajas ließ uns allerdings ziemlich müde zurück, es gibt wohl ein tolles Spiel, bei dem Mopeds ohne Auspuff und unglaublichen Fehlzündungen bis 4Uhr nachts Wettbewerbe den Berg rauf und runter fahren müssen. Naja, ist halt so. Wir ,rollen weiter durch wüsten ähnliche Gegend. Deutlich sichtbar ist jeweils die Landschaft an der ein Fluss fließt, mit grünen Flächen und meist auch kleine Ansiedlungen.

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Dann erreichen wir den Punkt in Chos Malal, der die Hälfte der Ruta 40 darstellt. Meter 2532. Der größte Teil der Panamericana geht eben durch Argentinien. Sie verbindet ca. 210 Dörfer / Städte und 3 Provinzen. Sie bringt Argentinien viel Bewegung und Tourismus. Jetzt langsam beginnt die Ferienzeit – wir sehen nun die Bewegung von Reisenden von Süden nach Norden und andersherum – halt das, was man zu Hause jeweils nicht hat.

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Auf in das Naturschutzgebiet der Laguna Blanca. Ein Gebiet mit Salzlagunen, eine ist von für Besucher zugänglich. Es sind viele Vögel, Echsen zu beobachten. Leider sehen wir die Flamingos nur im Vorbeiflug. Sie ziehen wohl die Lagunen vor, die nicht zugänglich sind. Wir bleiben mitten in der Natur mit ein paar freundlichen argentinischen Nachbarn am Rand er Lagune stehen. Morgens gehts weiter in Richtung Junin und San Martin de los Andes. Da die eine Strecke nach einer tollen hoppeligen Geländestrecke klingt. Treffen wir uns an der verlassenen Haltestelle nach ca. 100km wieder. Meine Strecke führt mich über 1500m hohe Bergstrecke vorbei im Tal an grünen Estancias, durch den kleinen Ort “Los Colerados” mit mindestens er Hälfte an Piste. Wir sind wieder nun wieder auf der Höhe von ca. 1000m. Die Straßen führen immer wieder kurvenreich über Berge aber die Grundhöhe bleibt nur erstmal so. Da sind sie! Direkt am Straßenrand entdecke ich ein Gruppe Guanacos. Die sind soooo niedlich! Je weiter wir nach Patagonien rein fahren in Richtung San Martin, je grüner wird es. Es gibt jetzt sogar Tannen an den Hängen. Es duftet nach den Blüten, Ginster und die Linde blühen zum Beispiel, nach den überall zu findenden Parillas und…. schlecht verbannten Diesel…. Mal schauen was und nun die neue Gegend so zeigt.

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San Martin de los Andes ist ein krasser Gegensatz zu der bisher gesehenen wüstenähnlichen Landschaft. Wir kommen uns vor wie in einem kleinen touristischen Ort in den Alpen an einem der hochgelegenen Seen. Zu Glück tobt hier noch nicht der Bär. Aber es ist auch wieder mal nett in einem belebteren Ort sich zu bewegen, ein bischen Window-Shopping zu machen und bei einem Bier auf den See zu schauen. Der erste Nachmittag sorgte auch direkt für Erfrischung mit einem heftigen Schutt Regen inklusive Hagel. Wir habe es zum Glück vorhergesehen, dass es regnet und die Dachluken zugemacht. Die feuchte Zeit haben wir dann bei einer extrem leckeren, traditionellen Parilla im Restaurant verbracht. Eine Portion reichte für uns beide vollkommen aus um dann vollgefuttert den Rückweg zu Mogl anzutreten.

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Prompt am nächsten Morgen war die Sonne wieder da, ich musste mich wieder dringend bewegen. Daher machte ich mich auf zu dem Mirador de Bandurrias. Dieser liegt oben über San Martin, dem Lago de Lacar im Mapuche Land / Gebiet – dem Land der “Ureinwohner”. Von oben hatte ich eine wahninnig beeindruckende Aussicht, sowohl über den See, als auch über San Martin. Herrlich. Unsere kleinen Freunde die Chimangos, die ortsüblichen Falken und die beiden Ibisse werden wir da wieder neuen Besuchern überlassen. Eine Strecke die Google Maps für 47km ca. 1,5Stunden ausrechnet klingt für mich und die Wühlmaus wie geschaffen. Ich sause zum Paso Hua Hum und die Cascada Chacin über die Piste. Sehr schöne abwechslungsreiche Strecke über üble Piste, tolle Passagen und zum Schluss durch den Wald. Mich umringen nun Weiden und Wald, das könnte entfernt auch in Elsaß sein. Ein wunderbarer Ausflug.

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Danach geht es auf die Ruta de los Siete Largos. Die versprochenen herrlichen Aussichten und neue Eindrücke wurden absolut gehalten. Jeder der sieben Seen hat etwas besonderes und die Straße ich wunderbar. Sie führt in einer Höhe zwischen 800m bis 1200m immer wieder kurvenreich durch blühende Landschaft, Hochweiden und an den Seen vorbei. Das Wetter hält auch noch. In San Martin fing schon der heftige Wind an, es sollte zuziehen und wieder mal regnen. So wie wir es fast in Patagonien erwartet haben. Aber es sind immer noch 26Grad und Sonnenschein.Die Ruta de los Siete de los Lagos für über eine Länge von 190km nach San Carlos de Bariloche.

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Hier gibt es auch ein paar Anzeichen von Weihnachten zu beobachten – dies ist der Weihnachtsbaum im Zentrum von San Martin de los Andes – ein Kunstwerk lauter leeren Plastikflachen- diese dienten einer Sprende. Hier halt bei voller Sonne und knapp 30Grad. Schokolade ist hier übringens unglaublich teuer – eine Tafel Milka (ja, die gibt es hier) kostet ca. 4,50EUR.

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Viele liebe Grüße von hier aus! Eine schöne Weihnachtszeit mit euren Lieben!!

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