Endlich wurde die Wühlmaus entfesselt. Die Strecke nach Cerro Chato hat mindestens 60km Piste versprochen, also ein kleines nettes Spielfeld für uns beide. Am Ende waren es dann mehr, aber das schadet uns ja nix. Dieter hat ziemlich über den einen Abschnitt geschimpft und meinte, es hätte die Inneneinrichtung von Mogl zerlegt, waren dann doch nur die zwei 5 Liter Flaschen Wasser, zum Glück. Leider war die Tour etwas frisch, es hat pünktlich angefangen zu regnen. In dem kleinen Ort Cerro Chato haben wir ein einem Mini-Gemischtwarenladen unsere Vorräte wieder aufgefüllt. Unglaublicher Weise hatte dieser Laden sogar Sättel zum Reiten zu verkaufen. Joh, Gemischtwaren halt. Es ging noch ein paar Kilometer weiter auf eine Estancia. Wir hatten uns entschieden mal in einer Estancia de Tourismus zu übernachten, mal sehen wie das so ist. Es ist ein altes Herrschaftshaus der Landbevölkerung mit Landbesitz. Ich konnte nichts reservieren, daher war war es ein wenig spannend, wie es so ausgeht. Alternativ, wäre noch ein schöner Platz in Cerro Chato möglich. Die Kette vor der Einfahrt zur Estancia, begrüßte schon mal mit “Bien Venidos” – das klIngt doch gut. Wir wurden am Einfahrtstor super nett von der Gastwirtin begrüßt, sie hatte auch Platz für uns und das Highlight war auch noch, dass ich am Abend mit dem Hausherren einen Ausritt über die Felder machen darf. Tschakka. Ein leckeres Abendessen typisch für Uruguay hat unseren Abend krönend abgeschlossen.
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Am Morgen langsam alles eingepackt, und wieder aufgesessen. Es steht eine größere Strecke mit viel Pistenanteil bevor in Richtung San Gregorio de Polanco. Die nette Gastgeberin hat uns noch Empfehlungen gegeben, welche der Strecken besser befahrbar sind. Die eine mit Bootsüberfahrt über den Rio Negro hätte schon aus 2 Gründen nicht geklappt – Mogl zu schwer und groß und es gibt Wind. Wir fahren an Nandu´s, verlassenen Bahnhöfen, vielen anderen Estancia´s und größeren Wäldern von Eukalyptus Bäumen vorbei. Die Luft ist voll von Eukalyptus und Oregano Duft. Unterwegs machten wir eine kleine Pause um einen Laden am Straßenrand noch etwas für den Grill einzukaufen, da nutze ich noch die Gelegenheit nachzufragen wie es vor dort aus weitergeht. Auch Google Maps war sich nicht einig. Unser Gespräch im Laden hat ein netter Typ mitbekommen, der mit dem LKW Holz transportiert- er fährt die gleiche Richtung und wir können ihm folgen. Wie hilfsbereit! So war es dann auch, er war noch so aufmerksam um auf jedes Pothole in der Straße hinzuweisen. Schwups waren wir in San Gregorio, Samstag Nachmittag, da ist fast alles zu und morgen ist Wahltag, daher noch weniger los. Wahlen sind in Uruguay wie eine ganztags Partyveranstaltung, weil Wahlen im Land sehr als sehr wichtig eingeschätzt werden. Wir finden einen schönen Stellplatz direkt am See im örtlichen Campingplatz, mit Grill. Der Abend ist gerettet. Dann nehmen wir noch einen Spaziergang durch den Ort vor. San Gregorio ist bekannt für die Wandmalerei, die von vielen uruguayischen Künstlern vorgenommen wurde. Außerdem hatte ich das außerordentliche Glück mir für den nächsten Morgen noch einen Ausritt am Strand entlang zu organisieren, besser geht´s nicht. Es hat auch alles wieder super geklappt. Morgens um 10Uhr stand er mit 2 Pferden bei uns am Mogl. Krass toll.
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Danach ging es weiter – wir wollen in Richtung argentinische Grenze und in Richtung Cordoba, das heißt Kilometer schruppen. Mental also auf rollen, rollen, rollen einstellen, mit möglichst netten Zwischenhalten. Wir suchen uns also eine Strecke raus, die möglichst gut ausgebaut ist und möglichst viel geteert ist. Das hat nur mittelmäßig geklappt- mindestens die Hälfte der Strecke war wieder unbefestigt, und in sehr unterschiedlichen Zuständen. Das hätte ich ja auch gut mit der Wühlmaus fahren können, die hatten wir aber wieder aufgeladen, lange Strecke Teer ist eben langweilig. Es war auch kuschelig warm o um die 32Grad. Aber für unseren Zwischenstopp hatten wir uns dennoch die “Thermas de Almiròn” ausgesucht. Naja, bei 32Grad in die Thermen. erwies sich aber über Nacht als eine super Idee! Es hat die ganze Nacht gewittert und geschüttet Morgens war alles unter Wasser auf den Wiesen, auf den wir standen und es war deutlich frischer. Wir haben dann mit den zierlichen Ballerinas von Mogl eine neue Spur herausgearbeitet und haben uns als die 2ten Nutzer morgen erstmal in das warme Bad gelegt. Das ist doch mal ein guter Start in Morgen. Mal ganz ehrlich… Wenn ein riesiges Vogelnest von dem Lorro an einem Telegraphenmast ist – kommt doch Twitter ein ganz neuen Hintergrund, oder? Dann ging es in Richtung Paysandù weiter um über die Grenze zu kommen. Diesmal war es unglaublich einfach. Alle Papiere hatten wir schon rausgelegt – Migration von uns und den Fahrzeugen – letzteres ist schwieriger – erstmal aus Uruguay raus und dann Argentinien, gleiche Papiere wieder rein. Nicht ganz so einfach ist immer die richtige Person zu finden, aber dann half mir der nette Grenzpolizist von Argentinien. Ich glaube alles hat nur eine halbe Stunde gedauert. Über die Brücke und wir sind in Argentinien. Jetzt noch da nötige Kleingeld besorgen und gut. Tauschen? Am Besten an der Tankstelle. Aha.
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Die argentinischen Autobahnen sind etwas besser ausgebaut und daher können wir also mit 80km rollen. Für unsere nächste Übernachtung wählen wir einen kleinen Ort mit Campingplatz und “Balnearios” aus. Es hat wohl auch dort sehr geregnet, sodass wir au dem unbefestigten Weg zum Campingplatz das erste Mal eigentlich den Allrad eingeschaltet haben. Mogl wühlt sich durch die Pampe und wir stehen vor einer Schranke mit Schloss. Was nun? Von weitem sehe ich schon langsam jemanden mit großem Hund auf uns zu kommen. Für eine Nacht? Kein Problem. Kosten? Nix, die erste Nacht ist kostenlos. Es ist aber viel unter Wasser Fahrt bitte nur da vorne an den Rand. Soll ich euch die Duschen aufschließen? Wieder mal waren wir über Nacht alleine bis auf ein par Leute, die hier fischen und es sich wohl hier eingerichtet haben. Wir werden freundlich begrüßt. Am nächsten Morgen zeigt mir ein Besucher einen der Fische – ich meine es sind Barsche – die sein Bruder mit der Hand gefangen hat. Nicht ganz nur mit der Hand, er hat sein Hemd zur Hilfe genommen. Ungewöhnlich, zumindest für mich.
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Wir ziehen weiter grob in Richtung Cordoba. Der nächste Zwischenstopp ist dann “Alta Gracia” ein mittel großes Städtchen, dass sich dadurch auszeichnet, dass Ché hier einen Teil seiner Kindheit verbracht hat. Es gibt ein Museum in dem damaligen Wohnhaus über seine Zeit hier und die wesentlichen Stationen seines Lebens. Das schauen wir und natürlich an und laufen noch den Nachmittag durch den Ort mit seinen Parks. Morgen geht es weiter nach TantÌ und dort treffen wir uns mit Juanjo auf seinem Campingplatz.
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In Tantí wurden wir erstmal herzlich von Juanjo begüßt, er hat uns schon einen Platz fertig gemacht und einiges vorbereitet. Sein Platz ist noch geschlossen, wer wird passend zu den Sommerferien in Argentinien zum 23.12. öffnen. Es ist auch toller Sonnenschein und angenehm warm. Wir installieren uns und halten das eine oder andere Schwätzchen. Über Nacht kam dann auch in Tantí der massive Regen an. Die Cascaden, die wir am Abend vorher noch überqueren konnten verwandelten sich zu einem breiten reißenden Fluss. Wir machen uns trotzdem mittlerweile bei ruhigerem Wetter auf in die Sierra etwas wandern gehen. Abends suchen wir ein nettes kleines Lokal auf, das das typische Essen anbietet. Es ist zwar etwas grauer und nasser aktuell aber die Stimmung ist gut.
Wir haben schöne Aussichten, wir sind am Sonntag in Carlos Paz bei Freunden zum Essen eingeladen. Nach unserem letzten Besuch vor 5 Jahren, treffen wir sie nun wieder. Wir freuen uns richtig darauf.
Danach werden wir uns in ein paar Steps in Richtung Merlo aufmachen. Dafür werden die Sierras an der einen oder anderen Stelle überqueren. Wenn da Wetter so bleibt wie es verspricht, es sollen Sonnenschien mit 27Grad werden, entfessele ich die Wühlmaus und sause die nächsten Etappen per Moped.