Wir haben uns wieder aufgemacht und sind nach kurzem Informationsaustausch und Diskussion haben wir uns für die Route durchs Inland entschieden. Einerseits wäre es entlang der Küste fast nur Autobahn ähnliche Straßen hauptsächlich an den größten Strandurlaubsorten vorbei gegangen und andererseits hatten wir über den wohl niedlichen kleinen Ort Aiguá gehört. Schon nach nur 3km kündigte sich die Wahl der Strecke an: Waschbrettpiste. Ich beäuge das schon neugierig für meinen Einsatz der Wühlmaus
…. Schee
Aiguá ist tatsächlich ein sehr kleines, ruhiges Örtchen. Die Sensationen sind eben in dem kleinen Land Uruguay auch etwas kleiner. Es wurden dann im Inland – nach kurzen befestigten Stücken Straße – ab Aiguá nur noch Carreterra de Terra. Es ging bei ca. 32Grad und Sonnenschein durch eine herrliche gebirgige Landschaft (max 450Meter hoch), die, durch die Vegetation, etwas an die Pyrenäen erinnert. Das ist nun bestimmt der richtige Augenblick zu erwähnen, dass wir mit unserer Solaranlage auf dem Dach komplett unabhängig sind. Insbesondere bei solchem tollen Sonnenschein.
An 32Grad müssen wir uns noch gewöhnen, die sind in Uruguay eher ungewöhnlich, die Temperaturen bewegen sich normalerweise zwischen 7Grad im Winter und 27Grad im Sommer und es regnet immer mal wieder.Unser Ziel war die “Laguna Rocha” an der wir uns einen Stellplatz zwischen der Salzwasser Laguna und dem Meer ausgesucht haben. Das hat auch super geklappt. Nachdem alle Fischer kurz vor Sonnenuntergang weggefahren sind, waren wir völlig allein, ruhig stehend mal wieder mit einem herrlichen Sonnenuntergang. Es kündigte sich allerdings schon ein regenreicher Tag für den nächsten Tag an. Somit entschlossen wir uns erst einen Tag später in den National Park “Cabo Polonio” zu fahren. Wir schauten uns stattdessen … noch erstmal bei schönem Wetter das Örtchen “Valízas” an. In der Hochsaison geht es hier bestimmt ab – wir haben aber Glück, es ist Nebensaison, einige Lädchen haben offen, der Rest ist verschlafen und rüstet sich für die Hauptsaison. Mittags fing das angekündigte Wetter an. Regenjacke an, besser kurze Hose wegen der Matschepampe und es gilt das Wasser von oben zu versuchen zu ignorieren. Über Nacht wird´s ja wieder besser. Wir haben dennoch viel entdeckt – Es gab Kolibri´s an den Blüten, pitschnasse Hunde…
Nächster Step also “Cabo Polonio”. Nach dem Regen war es noch etwas frisch und es geht mit Bussen in das Naturschutzgebiet. Das besondere an dem kleinen Fischerort Cabo Polonio ist die große Chance Seehunde und Seelöwen und gegebenenfalls auch 3 verschiedene Walarten entdecken zu können. Das hängt eben sehr von der von der Saison ab. Es war auch echt toll, wir konnten eine große Ansiedlung von Seehunden und auch einige Seelöwen beobachten. Die sind schon wirklich schön zu beobachten, wie sie die Sonne genießen und ab und zu ins Wasser zum Jagen verschwinden. Herrlich!
Ganz in der Nähe liegt das Naturschutzgebiet “Santa Theresa” da wollen wir nun hin. Es ist ein Gebiet von ca. 7qkm Land, bestehen aus Wäldern, Sand, Sandstrände, Lagunen. In dem Gebiet liegt auch der “Campingplatz”, gestehen aus unglaublich vielen Plätzen die mit Zelt oder Camper nutzbar ausgewiesen sind. Die Wahl war wirklich schwierig! Sonne, Schatten, Meer, Wald… Wir fanden einen tollen Platz mit Abendsonne und Morgensonne und rauschende Meer im Blick. Im Übrigen sind wir ja jetzt am Atlantik – die Wellen scheinen ein echtes Surfer-Paradies zu sein, wir haben schon einige mit ihren Brettern und Neoprens unterwegs gesehen.
Und nun mein nächstes Highlight! Da waren sie endlich wieder die CAPIVARA´s!!! Ich finde sie so super cool! Das sind Wasserschweine die super schwimmen und tauchen können (klar, hm?) Sehen top aus! Gehören – zur Überraschung – zu der Meerschweinchen-Gattung. Möglicherwiese habe ich Millionen von Fotos gemacht – ich teile hier nur wenige
. Und dann gabs noch andere Tiere im Park.
Nächster Tag soll chillig werden –ganzer Tag Park und die Befestigung “Fortaleza de Santa de Theresa” – um 1752 wurde hier zwischen den Spaniern und Portugiesen die Unabhängigkeit Uruguay erkämpft. Das Fort hat mich wirklich durch die sehr schöne gepflegte Anlage überrascht. Wir sollten 100Pesos zahlen für 2 Personen (ca. 1,2 EUR) hatten aber nur “große Scheine” bis auf 70Pesos dabei. Damit erließ uns die nette Dame einfach mal den 2ten Eintritt. Sooo nette freundliche hilfsbereite Leute hier! Ein echter Genuß! Zunächst eher etwas zurückhaltend, da wir ja schon wie Touries aussehen, aber dann nach den ersten Worten in spanisch, kommen auch nette Gespräche und Info-Austausch zustande. Das macht viel Spass.
Das Fort liegt an einem hervorragenden Platz und bietet nun uns auch nach einigen Jahrhunderten einen tollen Ausblick auf alle Himmelsrichtungen der Gegenden. Über hügelige Landschaften, weite Felder. Der Ausblick ist herrlich.
Noch die Vorräte wieder auffüllen und es ging weiter in Richtung der “Quebrada de las Cuervas”. Die Einschätzungen zu diesem National Park gehen sehr auseinander – aber das wollen wir selbst beurteilen. Zunächst geht es durch ein weiteres Lagunen Gebiet mit vielen unterschiedlichen Vogelarten, dann über das breite Flache Land, kurz m in Chuy – Brasilien vorbeigeschaut. Die Fläche sieht zum Teil aus wie eine breitgezogene Palmenplantage. Dann geht es vorbei an “Trenta y Tres” in wieder dicht bewachsene Hügel (Bergchen), die Landschaft gefällt und gut. Als wie dann über die 15km Waschbrettpiste im Park an kommen, sind wir erstmal die einzigen in einer wunderschönen Natur. Wir machen uns ein Feuerchen und Grillen für den Abschluss des Tages noch ein Asado.
Wir werden nun noch die nächsten Steps planen. Es geht wohl über “Cerro Chato” nach “San Gregorio de Polanco”.